Digitalisierte historische Zeitungen

Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
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Digitalisierte historische Zeitungen

Die Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz hat ein breites Spektrum von historisch bedeutsamen Zeitungen digitalisiert, die sie in ihrem Zeitungsinformationsystem ZEFYS präsentiert. Für Coding da Vinci stellt sie Digitalisate, Volltexte und Metadaten für fünf der wichtigsten deutschen Zeitungen aus der Zeit vor der Gründung des Deutschen Reichs bis in die ersten Jahre des Zweiten Weltkriegs zur Verfügung.

Die Datensets umfassen jeweils strukturelle Metadaten im METS-XML-Containerformat für jede Ausgabe, per OCR erzeugte Volltexte im ALTO-XML-Format mit Wortkoordinaten, binarisierte TIFFs als Grundlage der OCR und JPEG2000-Bilder für die Anzeige.

Berliner Tageblatt und Handelszeitung (BT)

Verleger: Rudolf Mosse, langjähriger Chefredakteur: Theodor Wolff, Digitalisierter Zeitraum: 1878,1(1.Jan.) - 1928,616(31.Dez.), Anzahl der digitalisierten Seiten: 496.286 S.

Das Berliner Tageblatt (BT) erschien von 1872 bis Januar 1939 und war neben der Vossischen Zeitung, deren Auflage von ca. 70.000 aber ungefähr nur ein Drittel des BT betrug, die wichtigste Zeitung des aufgeklärten Bürgertums. Die Position war liberal und anspruchsvoll, kulturell und wirtschaftlich aufgeschlossen. 1930 beschäftigte es 16 Auslandskorrespondenten. Neben Theodor Wolff, nach dem heute der bekannteste Journalistenpreis der Bundesrepublik benannt ist, gehörten zu den Mitarbeitern u.a. Alfred Kerr, W. Goldstein, Fritz Engel, Julius Meier-Graefe, Margret Boveri, sowie weitere heute noch bekannte Journalisten, Künstler und Wissenschaftler. Das BT enthält zahlreiche Beilagen, darunter die Satirische Zeitung Ulk. Es erschien auch zeitweise (von 1912 – 1930) mit einer Auslandsausgabe. Politisch stand das BT der Deutschen Demokratischen Partei nahe. Als Grundpfeiler der demokratischen Presse gelten in dieser Reihenfolge: Berliner Tageblatt, Frankfurter Zeitung und Vossische Zeitung. Die starke Bibliotheksbenutzung aus dem In- und Ausland, auch über den Leihverkehr, führte dazu, dass 1983 die Verfilmungsaktivitäten der SBB-PK mit dem BT begonnen wurden. Im Rahmen des Projektes DAHLIE wurde dieser Titel mit Unterstützung durch EU-Mittel aus dem regionalen Strukturfonds EFRE digitalisiert und steht im Zeitungsinformationssystem ZEFYS kostenfrei zur Verfügung unter
http://zefys.staatsbibliothek-berlin.de/list/title/zdb/27646518/

Berliner Börsen-Zeitung (BBZ)

Besitzer, Verleger, Chefredakteur: Killisch von Horn, Digitalisierter Zeitraum: 1857,167(1.Apr.)-52(31.Dez.); 1872,4(4.Jan.) - 1930,608(31.Dez.), Anzahl der digitalisierten Seiten: 632.087 S.

] Die Berliner Börsen-Zeitung erschien von 1855 bis 1945. Sie beschrieb sich als parteilos und national und war eine eher liberal-konservative Zeitung des gehobenen Bürgertums, wurde aber auch von den Großgrundbesitzern geschätzt. Sie war stark wirtschaftlich orientiert und hatte in einer ihrer zwei täglichen Ausgaben einen umfangreichen Börsenteil. Außerdem genießt sie eine hohe Wertschätzung wegen ihrer meist hervorragenden Musikkritiken, aber auch Theaterrezensionen. Auch Ausstellungen und Galerien wurden besprochen. Politisch fühlte sie sich immer im Dienste des Staates und seiner Grundfesten Wirtschaft, Handel und Kultur. Sie stand, wie auch die Scherl-Presse, der deutsch-nationalen Volkspartei nahe, ohne sich aber gebunden zu fühlen. Heinz-Dietrich Fischer zählt sie neben der Frankfurter Zeitung und der Deutschen Allgemeine Zeitung zu den führenden Blättern der Weimarer Republik. Besonders Musik- und Literaturwissenschaftler aus dem In- und Ausland benutzen sie sehr häufig zur Suche nach Veranstaltungen und deren Rezensionen. Auch die sehr umfangreichen Börsen- und Aktienkurs-Tabellen werden oft benötigt. Im Rahmen des Projektes DAHLIE wurde dieser Titel mit Unterstützung durch EFRE-Mittel digitalisiert und steht im Zeitungsinformationssystem ZEFYS kostenfrei zur Verfügung unter
http://zefys.staatsbibliothek-berlin.de/list/title/zdb/2436020X/

Deutsche Allgemeine Zeitung (DAZ, bis 10.11.1918: „Norddeutsche Allgemeine Zeitung“)

Digitalisierter Zeitraum: 1878,275(20.Nov.) - 1918,574(9.Nov.) / 1918,577(12.Nov.) - 1931,86(20.Feb.), Anzahl der digitalisierten Seiten: NAZ: 132.936 S. + DAZ: 44.267 S. = Gesamt: 177.203 S.

Die Zeitung wurde 1861 als Norddeutsche Allgemeine Zeitung gegründet und war eine der anspruchsvollen Zeitungen mit konservativer, nationaler Tendenz. Sie selbst nannte sich überparteilich und national. Sie galt als Lieblingsblatt des Reichskanzlers Bismarck, der sie laut Walther Oschilewski auch aus dem Reptilienfonds unterstützte. Sie stand, besonders unter ihrem Besitzer H. Stinnes, der Deutschen Volkspartei nahe. Ab dem 12. November 1918 erscheint sie unter dem Namen Deutsche Allgemeine Zeitung (DAZ) . 1930 verfügte sie über 20 Auslandskorrespondenten. Sie erschien zweimal täglich, ab 1922 auch mit einer Reichsausgabe. Man könnte sie als Kontrapunkt zu den beiden großen überregionalen liberalen Blättern Vossische Zeitung und Berliner Tageblatt ansehen. Sie hatte den Ehrgeiz, die „deutsche Times“ zu werden. Dazu reichte aber der geschäftliche Erfolg nicht aus. Trotz ihrer konservativ-nationalen Grundhaltung ließ sie sich nicht ohne Widerstand von den Nazis vereinnahmen. Ihr letzter Chefredakteur Karl Silex sorgte dafür, dass viele Journalisten, die das Berliner Tageblatt verlassen mussten, bei der DAZ unterkamen. Da die DAZ zwar nicht die meist gelesene, aber eine der viel zitierten Zeitungen war und als eine der wenigen seriösen in der rechten Presse galt, ist sie heute noch sehr gefragt, wenn es darum geht, den weit über Berlin bekannten liberalen Zeitungen Berliner Tageblatt und Vossische Zeitung eine adäquate Stimme entgegenzuhalten. Im Rahmen des Projektes DAHLIE wurde dieser Titel mit Unterstützung durch EFRE-Mittel digitalisiert und steht im Zeitungsinformationssystem ZEFYS kostenfrei zur Verfügung unter
NAZ: http://zefys.staatsbibliothek-berlin.de/list/title/zdb/28028685/
DAZ: http://zefys.staatsbibliothek-berlin.de/list/title/zdb/2807323X/

Berliner Volks-Zeitung (BVZ)

Digitalisierter Zeitraum: 1856,230(1.Okt.) - 1857,210(9.Sept.) / 1890 - 1904,302(30.Juni) / 1904,303(1.Juli) – 1930,615(31.Dez.), Anzahl der digitalisierten Seiten: 103.771 S.

Die 1849 als Urwähler-Zeitung und ab 1852 als Volks-Zeitung gegründete linksliberale Zeitung, die sich selbst in bester Tradition demokratisch nannte, erschien später im Mosse-Verlag. Sie war aber nicht parteipolitisch gebunden, obwohl das oft unterstellt wurde. Chefredakteur war lange Zeit Otto Nuschke – der spätere CDU-Vorsitzende in der DDR. Auch Carl von Ossietzky schrieb Beiträge für diese anspruchsvolle Zeitung des Berliner Pressespektrums. Das „Organ für jedermann aus dem Volke“, ab 1904 Berliner Volks-Zeitung, erschien bis September 1944. Oschilewski zählt sie zu den stärksten publizistischen Stützen der Weimarer Republik. Die Berliner Volks-Zeitung wird viel genutzt und hat große Bedeutung für die Forschung, besonders für die Kulturwissenschaften, da sie im Gegensatz zu den meisten linken Parteizeitungen über ein sehr gutes Feuilleton verfügt. Im Rahmen des Projektes DAHLIE wurde dieser Titel mit Unterstützung durch EFRE-Mittel digitalisiert und steht im Zeitungsinformationssystem ZEFYS kostenfrei zur Verfügung unter
V-Z: http://zefys.staatsbibliothek-berlin.de/list/title/zdb/24344771/
VZ: http://zefys.staatsbibliothek-berlin.de/list/title/zdb/27974534/
BVZ: http://zefys.staatsbibliothek-berlin.de/list/title/zdb/27971740/

Deutsches Nachrichtenbüro (DNB)

Digitalisierter Zeitraum: 1936,April - 1937,Okt.; 1937,Dez. - 1940,März; 1940,Mai., Anzahl der digitalisierten Seiten: 30.983 S.

Das Deutsche Nachrichtenbüro (abgekürzt DNB) war die offizielle, zentrale Presseagentur des Deutschen Reichs zur Zeit des Nationalsozialismus (1993 – 1945). Das DNB entstand am 5. Dezember 1933 (offizielle Gründung am 11. Januar 1934) aus dem Zusammenschluss des Wolffschen Telegraphen Bureaus (WTB) , das zur Continental Telegraphen Compagnie gehörte und der 1913 gegründeten Telegraphen-Union , den beiden größten Nachrichtenbüros in Deutschland in jener Zeit.. Das DNB hatte seinen Sitz in der Charlottenstraße 15b in Berlin SW 68. Unter der gleichen Adresse war auch der Patria Literarische Verlag registriert und beide Einrichtungen waren jeweils für bestimmte Dienstleistungen des DNB zuständig. Daneben wurden zahlreiche Zweigstellen des DNB im In- und Ausland betrieben. Äußerlich als unabhängiges, privatwirtschaftliches Unternehmen getarnt, befand es sich aber faktisch im Staatsbesitz und war direkt der Pressestelle der Reichsregierung unterstellt, die zur Abteilung IV des Ministeriums für Volksaufklärung und Propaganda gehörte. Die Vorstandsmitglieder des DNB wurden von Propagandaminister Joseph Goebbels ernannt. Während des Zweiten Weltkrieges wurde der größte Teil der vom DNB erstellten Meldungen nicht an die Presse versandt, sondern an bestimmte Personenkreise in Partei und Staat. Das DNB bestand bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges, die letzte Zweigstelle in Hamburg stellte erst am 2. Mai 1945 den Betrieb ein. Die Digitalisierung der Ausgaben des DNB fand mit Unterstützung durch die University of California (USA) statt, die Digitalisate stehen im Zeitungsinformationssystem ZEFYS kostenfrei zur Verfügung unter:
http://zefys.staatsbibliothek-berlin.de/list/title/zdb/27058621/

Wegen der großen Datenmenge - die fünf Zeitungsbestände summieren sich auf über 6 TB - kann für Coding da Vinci nur ein Bestand, die Berliner-Volkszeitung, zum Komplett-Download zur Verfügung gestellt werden. Alle Daten sind beim Auftaktwochenende von Coding da Vinci auf Festplatte verfügbar und können von interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern kopiert werden.

Präsentation des Datensets beim Kick-Off von Coding da Vinci 2017: PDF

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