Von Bibeln, Bergbau und warum Siegen ein Rubensmuseum hat

Ideen finden und sortieren. Grundlagendiskussionen in den Projektteams.

Ideen finden und sortieren. Grundlagendiskussionen in den Projektteams.
Fotograf: Uwe Grunwald, Bild-Lizenz: CC BY 3.0


Die One-Minute-Madness in der Zeche Zollern brachte es zutage: Die 23 Kultureinrichtungen aus Westfalen und dem Ruhrgebiet hatten eine überraschend vielfältige Menge an Datenmaterial für den achten Coding da Vinci-Kulturhackathon ausgegraben. Umfangreich waren die Daten allemal, denn allein das Bibelmuseums hatte mit 1,2 Terabyte mittelalterlicher Schriften den Server bereits vor dem Kick-Off geknackt.


Aber Größe ist ja bekanntlich nicht alles und so überzeugten die Datensätze vor allem auch mit Originalität und Liebe zum Detail. Seien es nun die Fotografien von 236 Objekten zur Grubensicherheit, Arbeitsschutz und Hygiene; oder der rund 4.500 Artikel umfassende Datensatz des Rheinischen Mitmachwörterbuchs – für reichlich Lokalkolorit war gesorgt. Mehrere 3D-Aufnahmen einer Maschinenhalle aus Hagen, Werks- und Maschinensounds aus dem Revier und die digitalisierte Aktenlage zur Elektrifizierung des Kreises Borken verdichteten den industriellen Flair des Westfalen-Hackathons.


Eine Minute für das Montanhistorische Dokumentationszentrum: „Steam-Punk-Version von Darth Vader“.
Fotograf: Uwe Grunwald, Bild-Lizenz: CC BY 3.0


Auch Kurioses wie eine Sammlung mit Aufklebern aus dem Archiv der behindertenpolitischen Selbsthilfe („Bordstein ist Mordstein“) verlieh den Präsentationen der Kultureinrichtungen zusätzlich Schwung. Dass Rubens in Siegen geboren ist und sich Frank Gehry in Herford mit dem „Marta“ konstruktiv deskonstruktiv verewigt hat, wussten vor dem Kick-Off wahrscheinlich auch nur wenige Teilnehmer*innen.

Call for Projects

Wer sich also noch nachträglich dazu entscheiden möchte, diese oder Daten aus den vorangegangenen Hackathons zu verknüpfen, zu erweitern, kreativ zu verarbeiten, zu veranschaulichen oder einfach mit den Möglichkeiten zu spielen, ist dazu herzlich eingeladen. Wie immer gibt es ein Hackdash, auf dem man sich mit seinem Projekt eintragen kann, und die Möglichkeit, weitere Teammitglieder zu werben oder selbst Teil eines bestehenden Teams zu werden.


Hier haben sich Projektteams gefunden. Jetzt geht es eigentlich erst richtig los.
Fotograf: Uwe Grunwald, Bild-Lizenz: CC BY 3.0


Mathias Löb, Direktor des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe, dankte in seinem Grußwort dem Kulturbüro Ostwestfalen-Lippe (OWL) und Münsterland, dem HartwareMedienKunstVerein Dortmund (HMKV) sowie dem LWL-Industriemuseum für den gelungenen Start des Kulturhackathons. In guter Bergmannstradition wünschte er den Teilnehmer*innen und Vertreter*innen der Kulturinstitutionen „Glück auf!“ für die kommenden acht Wochen der Sprintphase. Die Preisverleihung findet am 6. Dezember im Dortmunder U statt.