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Was ist Coding da Vinci ?

Coding da Vinci ist der erste deutsche Hackathon für offene Kulturdaten. Seit 2014 vernetzt Coding da Vinci technikaffine und kulturbegeisterte Communities mit deutschen Kulturinstitutionen, um das kreative Potential in unserem digitalen Kulturerbe weiter zu entfalten.

Während ein klassischer Hackathon den Teilnehmern nur wenig Zeit gibt, Softwareanwendungen zu entwickeln – in der Regel ein Wochenende – erstreckt sich Coding da Vinci über eine Zeitspanne von sechs bis zehn Wochen. Dieser erweiterte Zeitrahmen schafft den dringend benötigten Raum, in dem sich die oft getrennten Welten kreativer Technologieentwicklung und institutioneller Kulturbewahrung treffen können, um voneinander zu lernen und miteinander aktiv zu werden.

Der mindestens sechswöchige Sprint wird eingeleitet durch ein zweitägiges Kick-Off. Auf diesem Event haben die Institutionen Zeit, den Teilnehmern ihre Daten zu präsentieren und mit ihnen gemeinsam Ideen zu entwickeln und Teams zu bilden. In den darauffolgenden Wochen erstellen die Teams aus diesen Ideen funktionierende Prototypen, die in der Abschlussveranstaltung mit Preisverleihung der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Kick-Off-Event

Präsentation der Daten, Workshops und Kennenlernen der Experten

Sprint

Sechs Wochen Zeit für die Projektentwicklung

Preisverleihung

Präsentation aller Projekte und Preisverleihung

Welche Chancen birgt das digitale Zeitalter für Kulturinstitutionen

Welche kreativen Energien werden freigesetzt, wenn digitale Kulturdaten offen zugänglich und frei nutzbar sind? Immer mehr Kulturinstitutionen (gemeint sind die „GLAMs“ englisch für: Galleries, Libraries, Archives and Museums) digitalisieren ihre Sammlungen, wodurch es (zumindest in der Theorie) viel leichter wird, die Sammlungen mit der Öffentlichkeit zu teilen und zugänglich zu machen. Dennoch immer gibt es in einigen Kulturinstitutionen Bedenken. So könnten durch eine umfassende Öffnung der digitalen Sammlungen, das digitalisierte Kulturerbe in missliche Kontexte gesetzt oder durch ihre kommerzielle Nachnutzung entwertet werden. Durch die Öffnung der Sammlungen für die Nutzung Dritter befürchten manche den Verlust der Deutungshoheit. Bedenken, die Coding da Vinci zerstreuen möchte.

Presentation of the projects

Die Verfügbarkeit von Kulturgütern in digitaler Form verändert die Beziehung zwischen Kultureinrichtungen und den Kulturinteressierten. Wenn die digitalen Gegenstücke physischer Originale kopiert, leicht modifiziert und erweitert und durch das Internet überall verfügbar gemacht werden, können aus Kulturbetrachtern Kulturschaffende werden. Es handelt sich um Menschen, die Wissen nicht einfach nur aufnehmen, sondern es aktiv weiterverbreiten, anreichern, in neue Kontexte einbringen, damit arbeiten, und so neues Wissen schaffen.

Bedauerlicherweise wird dieses große Potential von den Kulturinstitutionen noch oft verkannt. Doch in unserer vernetzten Welt, wird es für u.a. Archive, Museen, und Bibliotheken zunehmend wichtiger, gute Antworten zu geben auf die Frage, wie sie mit ihren digitalen Besuchern interagieren und in welcher Form sie ihre Sammlungen digital verfügbar und nutzbar machen. Es ist an der Zeit, die mit der Digitalisierung einhergehenden Perspektiven und Fragen aktiv zu entdecken! Welche Rolle spielen GLAMs bei der Förderung und Verbreitung digitalen Kulturerbes und dessen Zugänglichmachung für neue Zielgruppen? Was können sie von den kreativen Köpfen der digitalen Welt lernen?

Welche Ziele verfolgt Coding da Vinci?

Coding da Vinci schafft einen Rahmen, in dem sich Kulturinstitutionen und Communitys, die kreativ mit Daten arbeiten, treffen und vernetzen können. Seit der Gründung von Coding da Vinci in Berlin 2014 hat sich das Projekt zu einem fest etablierten Teil der Szene für offene Kulturdaten entwickelt. Das Projektarchiv von Coding da Vinci wird zunehmend zu einer wichtigen Plattform. Es inspiriert Kuratoren und Mitarbeitende digitaler Datensammlungen: Hier können sie die Potentiale frei zugänglicher und nutzbarer Kulturdaten erkennen und erleben.

2016 ging Coding da Vinci mit Coding da Vinci Nord erstmals in die Region. Aus einem bundesweitem Event wurde ein dezentrales Projekt mit regionalen Events in Berlin-Brandenburg und Hamburg. Rhein-Main und weitere Regionen sind in Vorbereitung.

Die langfristige Vision von Coding da Vinci ist die Schaffung dauerhafter Strukturen, in denen Kulturinstitutionen und interessierte Teile der Zivilgesellschaft auf Basis offener Daten zusammenarbeiten können. Wir möchten dazu beitragen, den strukturellen Wandel in Kulturerbeinstitutionen zu ermöglichen, offene Daten als ein Thema für die Politik bekannt machen und die Zugänglichkeit digitalen Kulturerbes in der Gesellschaft prominenter platzieren.

Was sind offene Kulturdaten?

Offene Daten (auf Englisch: Open Data) sind frei verfügbare Datensätze. Wenn sie mit öffentlichen Geldern erstellt wurden, sollten sie jedem frei zur Verfügung stehen. Es handelt sich um maschinenlesbare, jedoch nicht um sicherheitsrelevante oder personenbezogene Daten. Offene Kulturdaten sind in der Regel Daten, die von Kulturinstitutionen wie z.B. Museen, Archiven, Bibliotheken u.a. geschaffen werden. Eine gute Einführung in das offene Daten Thema zeigt dieses Video der Open Knowledge Foundation Deutschland. In der Open Definition wird genauer erklärt, wie man "offen" versteht.

Sowohl die für den Kulturhackathon Coding da Vinci bereitgestellten Datensets als auch der Quellcode, der im Rahmen von Coding da Vinci geschaffenen Anwendungen, stehen nach dem Hackathon der Allgemeinheit zur freien Nachnutzung unter einer offenen Lizenz (Open Source bzw. Open Definition) zur Verfügung.

Durch die Arbeit in den vorangegangenen Jahren werden auf der Website von Coding da Vinici bereits über 100 Datensets zu verschiedensten Themen und in verschiedensten Formaten (Bilder, Sounds, 3D-Objekte, Videos und Metadaten) zur freien Nutzung ausgewiesen.

Was ist mit Kulturdaten möglich?

Im Rahmen von Coding da Vinci haben in den letzten Jahren 400 Teilnehmer 54 digitale Kulturanwendungen umgesetzt und dafür über 100 Datensets von 60 Kulturinstitutionen genutzt. Die digitalen Projekte zeichnen sich durch eine bemerkenswerte Vielfalt und hohe technische Expertise aus.

Viele Teams haben sich für die Realisierung von mobilen Apps entschieden wie z.B. zzZwitscherwecker – ein Wecker der jeden Morgen einen anderen Vogelgesang abspielt und sich nur ausschalten lässt, indem man den zum Gesang passenden Vogel identifiziert. Oder Zeitblick – eine App, die Selfies analysiert und nach historischen Doppelgängern in den Fotoarchiven des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg sucht.

Overview of the projects

Andere Projekte wählten die Form von Webseiten, auf denen mit Storytelling, über Karten oder mittels interaktiver Darstellungen Beziehungen zwischen Daten unterschiedlicher Quellen hergestellt werden. Wiederaufbau Ost-Berlin beispielsweise ist eine über ein Smartphone navigierbare Seite, die Archivmaterialien aus diversen Quellen kombiniert und daraus die Zukunftsvision der DDR-Regierung für die Hauptstadt rekonstruiert. Sie ist jetzt mobil auf einer Tour durch die Stadt in Form von Bildern und Texten abrufbar.

Manche Teams gingen sogar noch weiter und realisierten Augmented-Reality-Anwendungen oder Hardwareprojekte. Der Cyberbeetle ist ein robotischer Nachbau des Chalcosoma-Atlas-Käfers, der heute in einer speziellen High-Tech-Insektenbox im Museum für Naturkunde Berlin ausgestellt ist. Die Box verfügt über ein eigenes interaktives Heimkino, mit dem der Roboterkäfer von der Natur inspirierte Musikvideos genießt.

Vielfach zeigen sich die teilnehmenden Kulturinstitutionen überrascht und beeindruckt davon, wie intensiv Coding da Vinci-Teilnehmer Daten explorieren und interpretieren. So hob Thomas Kollatz vom Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte besonders die Teamarbeit innerhalb des Projektes “Poetic Relief” zu jüdischen Grabsteinen hervor. Dank ihrer präzisen Arbeit konnten sie Inkonsistenzen und terminologische Ungereimtheiten im Datensatz des Instituts aufspüren.

Ruth Rosenberger vom Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland begeisterte sich für den frischen Blick eines jungen und interdisziplinären Teams auf die Archivbilder. Besonders beeindruckt war sie von der Innovativität der Konzepte und wieviel in so kurzer Zeit umgesetzt werden konnte. Es machte ihr deutlich, wie stark ein modernes Museum auf technische Kompetenzen angewiesen ist, will es einen angemessenen Platz in einer digitalen Kulturwelt einnehmen.

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Kontakt:
per E-Mail: codingdavinci@zib.de
per Telefon: +49 30 289158260

Coding da Vinci - Der Kultur-Hackathon ist ein Gemeinschaftsprojekt der Deutsche Digitalen Bibliothek (DDB), der Open Knowledge Foundation Germany e.V. (OKF DE), der Servicestelle Digitalisierung Berlin (digiS) und Wikimedia Deutschland e.V. (WMDE).